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Du erkennst dich selbst nicht wieder? Du denkst, DU seist verrückt? Es fällt dir seit einiger Zeit schwer, dich zu konzentrieren und du hast Sorge, dass du verblödest? Sofern du gerade in einer sehr schwierigen Beziehung steckst, könnte es sein, dass du Opfer eines Narzissten geworden bist. Was dabei in deinem Hirn passiert und wieso dich Resilienztraining schützt, davon handelt mein heutiger Blogpost.

Ich habe es selbst erlebt, und wie ich heute weiß: Das geht leider allen so, die sich über einen längeren Zeitraum von einem narzisstisch erkrankten Menschen manipulieren und ausbeuten lassen. Der Dauerstress, die ständige narzisstische Achterbahnfahrt – bei der du automatisch Co-Pilot bist, solange du es nicht erkennst und aussteigst! –, die verdeckten Vorwürfe, die offenen Gemeinheiten, die permanenten Angriffe auf deine Seele: all das schädigt langfristig dein Gehirn!

Toxen und Empathen: Vorsicht, giftig!

Die Verbindung zu einem extremen oder pathologischen Narzissten wird nicht umsonst „toxische Beziehung“ genannt: Der Narzisst versprüht anfangs Charme und später Gift, das sich in deine Seele schleicht und danach auch von deinem Körper Besitz ergreift: schnellere Alterserscheinungen, Herzprobleme und psychosomatische Leiden können die Folge sein. Wie bei jeder ungesunden Substanz, die du dir über Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte reinziehst.

Du merkst in einer narzisstischen „Partnerschaft“ schnell, das was nicht stimmt – eine seelische Abwehr kann auftreten, zum Beispiel durch ein ungutes Gefühl tief in deinem Innern, wie ein Warnruf. Vielleicht so ähnlich, wie die körperliche Reaktion auf den allerersten Zug an einer Zigarette die Abwehr durch Husten ist. Aber es ist ja am Anfang sooo cool, deshalb gehst du der Sache zunächst nicht nach. Doch es kommt der Tag, an dem du dich fragst, was da gerade passiert in deinem Leben, in deinem Job oder in der Beziehung zu deinem neuen Freund?

Dann suchst du nach Antworten und Erklärungen für völlig unerklärliches Verhalten – und bevor du kapierst, dass du narzisstischem Charme auf den Leim gegangen bist und gerade vergiftet  wirst, wirst du keine finden!

Narzisstisches Brainwashing …

Wie soll man mit gesundem Menschenverstand völlig unerklärliches Verhalten dauerhaft hinnehmen? Eben: gar nicht! Es gilt also für den Narzissten, deinen gesunden Menschenverstand anzugreifen und auszuschalten, damit du an DIR zweifelst, statt am Verhalten des kranken Typen!

Was Narzissten diesbezüglich in die Karten spielt: Empathische Menschen (die besonders gerne auf Narzissten reinfallen!), sind meist auch selbstreflektiert, fassen sich bei Konflikten zunächst mal an die eigene Nase und suchen die „Schuld“ bei sich. Und glaub mir: da findet man immer was, schließlich ist man ja selbst auch nicht nur der reinste Engel und ganz sicher nicht perfekt! Und obwohl dieser Gedanke sicherlich löblich und in der passenden Dosis sogar gesund ist: Zack, hast du dich in deinem Hirn eine Umdrehung weiter in der narzisstischen Falle verstrickt!

Ich war von 2015 bis 2018 an der Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement – die Arbeit dort kannst du dir als Studium der Hirnforschung für Nicht-Mediziner vorstellen. Und ich kann dir auch aus Sicht der Neurowissenschaftler berichten: Ja, die engere Verbindung zu einem narzisstisch gestörten Menschen macht dein Gehirn kaputt! Ich nenne das „narzisstisches Brainwashing“.

… lässt dein Gehirn schrumpfen!

Kommen wir zum Eingemachten – ich hoffe, du sitzt?!

Zunächst die Grundlagen: In deinem Gehirn gibt es zwei Regionen, die besonders wichtig sind um zu verstehen, was mit dir nach längerem narzisstischen Missbrauch passiert (ist). Sie heißen Amygdala und Hippocampus.

Amygdala

Die Amygdala (auch als „Mandelkern“ des Gehirns bezeichnet, weil sie so aussieht und übrigens gibt es zwei davon!) ist ein Teil des limbischen Systems, das die mittlere Hirnschicht bildet. Diesen Teil haben wir mit Hunden, Pferden oder Mäusen gemeinsam, weshalb das limbische System auch Säugetiergehirn genannt wird. Wer sich in leicht verständlicher Sprache tiefer einlesen will, dem empfehle ich übrigens das Buch Limbi von Werner Tiki Küstenmacher*. Dieser Limbi ist zuständig für: Emotionen! Und die Amygdala kümmert sich dabei ganz besonders liebevoll um die Emotion Angst!

Aus Sicht der Evolution ist das sinnvoll: Ohne die Angst und die damit verbundene, durch die Hormone Cortisol und Adrenalin ausgelöste Stressreaktion unserer Vorfahren würde es uns alle heute nicht geben. Ob du dich wieder entspannen kannst, oder ob fliehen, totstellen oder angreifen angesagt ist – diese Entscheidung zu treffen, ist Amygdalas Job. Und den macht sie in 40 Millisekunden!

Sie schlägt jedoch nicht nur beim hungrigen Raubtier vor unserer Höhle Alarm, sondern auch beim Narzissten in unserer Höhle: Wenn der Narzisst eben noch lammfromm ist und durch eine für dich harmlose Angelegenheit plötzlich durchdreht und zum Säbelzahntiger wird, ist das genauso Stress für die Amygdala. Dito, wenn er einfach schweigend geht und dich „ghosted“. Und die Amygdala schickt dir alle damit verbundenen körperlichen Symptome: Herzrasen, Übelkeit, Schweißausbruch, und Gefühle von Traurigkeit, Ärger oder Angst. Je mehr Angst und Stress du hast, desto größer und aktiver wird dieser eigentlich kleine Hirnbereich.

Hippocampus

Der Hippocampus, ebenfalls Teil des limbischen Systems, produziert bis an dein Lebensende frische, junge Hirnzellen, die nichts als lernen wollen! Außerdem ist er für die Steuerung deiner Affekte, das Kurzzeitgedächtnis, die Verbindung zum Langzeitgedächtnis und damit auch für die räumliche Orientierung zuständig. Ohne ihn könntest du dir nichts Neues merken und würdest deine Sachen nicht mehr wiederfinden. Eichhörnchen haben zum Beispiel sehr gut ausgebildete Hippocampi, denn ihr Überleben hängt davon ab, ob sie die vergrabenen Nüsse wiederfinden.

Cortisol, das bei Angst ausgeschüttete Stresshormon, ist jedoch der größte Feind des Hippocampus: es lässt ihn schrumpfen! Außerdem fährt das Immunsystem runter, du bist ständig müde und erschöpft. Es droht dir Burnout – die mit diesem Modewort bezeichnete Krankheit heißt eigentlich Erschöpfungsdepression und hat nicht nur was mit überarbeiteten Managern zu tun.

Die Folgen von Dauerstress

Narzisstischer Missbrauch konditioniert dich dadurch, dass sich dein Gehirn umbaut: Deine Amygdala gewöhnt sich an den ständigen Terror, ist ständig in Alarmbereitschaft und die für Notfallsituationen gedachte, nun permanent erfolgende Cortisolausschüttung greift deine Nervenzellen im Hippocampus an. Entspannung? Fehlanzeige! Lernen? Vergiss es!

Jetzt weißt du, warum du den leider berechtigten Eindruck hast, dass dein IQ sich Richtung Scheuerleiste entwickelt, warum du dir nichts mehr merken kannst, sehr viel ängstlicher und verwirrt bist, ständig krank wirst und am Ende sogar Gefahr läufst, deinen Arbeitsplatz zu verlieren oder dein Business aufrecht zu erhalten.

Glaub mir, ich kenne diesen dunklen Ort, zu dem dich dauerhafte narzisstische Manipulation führt.

Narzissten sind wie Spinnen, nur nicht so nützlich ;-)

Deine innere Stabilität, deine Fähigkeit, angenehme Emotionen zu empfinden und deine geistigen Fähigkeiten gehen den Bach runter. So kommt es, dass du irgendwann die unglaublichsten Dinge akzeptierst und auch noch selbst nach Entschuldigungen für den Toxen suchst, statt ihm zu sagen, dass er echt nicht sauber tickt, dass du dich so nicht behandeln lässt, und dich nach einer feinen aber sinnlosen Abschlussrede aus dem Staub zu machen …

Stattdessen nimmst du hin, dass er dauernd zu spät kommt, dir das Wort im Mund herumdreht, du verzeihst jede Lüge, du lässt dich beschimpfen und verarschen und respektierst, dass er dich und was DU so vom Leben brauchst, null respektiert! Irgendwann bist du emotional völlig abgestumpft, mehr tot als lebendig, und dann wirst du entsorgt bzw. ersetzt!

Deshalb sind Narzissten mit Spinnen zu vergleichen, so komisch das klingen mag: Sie spannen ein Netz, wickeln dich ein (Lovebombing), betäuben dich (Gaslighting) und wenn sie dich genug ausgesaugt haben, lassen sie dich fallen!

Resilienztraining schützt dein Gehirn

Die gute Nachricht ist: Dein Gehirn kann sich normalerweise auch wieder zurückbauen bzw. erholen! Je kürzer du dich dem narzisstischen Missbrauch, dem Stress und dem Trauma ausgesetzt hast, desto besser ist es natürlich. Wenn es dir gelingt, den Dauerstress abzuschalten und in einen guten Zustand zu kommen, in dem du dich auch wieder entspannen und auf die wesentlichen Dinge des Lebens fokussieren kannst, wirst du mehr und mehr die Kontrolle über dein Leben zurückbekommen.

Resilienz ist das Fachwort für psychische Widerstandskraft und die Fähigkeit, besser mit Stress umzugehen. Und das kannst du lernen – dein Hippocampus wird dich dafür lieben!

Mach mit für 0,- Euro

Ab Montag, den 22. August 2022, startet Wellness für die Seele, mein fünftägiges Resilienztraining für null Euro. Speziell für Menschen, die sich von Narzissten über Gebühr haben strapazieren lassen.

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Das kannst du sonst noch tun

 

 

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